Dynamis Lebensberatung Leipzig

Lebensberatung Leipzig

Bei sich sein

Selbstvertrauen kann auch heißen, bei sich sein, in sich selbst sein, sich bei sich wohl fühlen, unabhängig sein von anderen.

Viele können kein Selbstwertgefühl aufbauen, weil sie anderen Macht über sich geben.

Sie sind nicht bei sich, sondern immer bei den anderen.
Sie ruhen nicht in sich selbst, sondern beziehen ihr Selbstwertgefühl einzig und allein von den anderen, von ihrem Wohlwollen, ihrem Lob, ihrer Bestätigung.
Sie können sich nicht abgrenzen. Sie beziehen alles auf sich, werden von jeder spitzen Bemerkung verletzt.
Solchen Menschen rate ich, mit ihren Aggressionen in Berührung zu kommen.
Durch die Aggression kann ich mich von anderen abgrenzen. Die Aggression ist der Impuls, mich von anderen zu distanzieren, um so bei mir sein zu können.
Manchmal muß man den, der einen verletzt hat, erst einmal aus sich hinauswerfen.

Solange ich von einem anderen Menschen besetzt bin, kann ich nicht bei mir sein, kann ich kein Selbstwertgefühl entwickeln.

Ich werde von anderen gelebt, statt selbst zu leben.
Bei sich sein, das kann verschieden aussehen.
Ich bin bei mir, wenn ich ein Gespür für mich habe, wenn ich meinen eigenen Gefühlen traue, wenn ich in mir selbst ruhe.
Ich bin nicht von den Stimmungen der anderen abhängig, sondern ich bin in Kontakt mit den eigenen Gefühlen.

Ich bin bei mir, wenn ich mich im Leib fühle.

Wenn ich z. B. einen Waldlauf mache und durch die körperliche Anstrengung ins Schwitzen komme, dann bin ich bei mir.
Dann bin ich in meinem Leib.
Ich fühle meinen Leib und fühle mich darin wohl.
Dann komme ich gar nicht auf die Idee, meinen Selbstwert anzuzweifeln.
Weil ich fühle, bin ich.
Ich muß meinen Wert nicht in äußeren Leistungen beweisen. Ich fühle mich. Das tut mir gut. So wie ich fühle, fühlt sonst niemand.
Ich bin einmalig.
Ich bin ich selbst.
Das ist keine Erkenntnis, sondern eine Erfahrung, die mir von alleine Selbstwert vermittelt. Viele Menschen suchen die Ursache ihrer Probleme bei den anderen.
Sie müßten lernen, bei sich zu sein, den eigenen Grund zu entdecken und ein Gespür für sich selbst zu entwickeln, für ihre Gefühle und für ihren Leib.

Quelle: Grün, Anselm; Selbstwert entwickeln – Ohnmacht meistern, spirituelle Wege zum inneren Raum; 1995 Kreuz Verlag (ISBN 3-7831-1394-6)

P.S.: Bei sich sein kann auch heißen: Viel mehr Zutrauen zu meinen eigenen Ideen und Vorstellungen zu gewinnen. Mir nicht von anderen vorschreiben zu lassen, was ich anziehe, wie ich meine Haare trage.
Ich darf lernen zu meinen Ansichten zu stehen und mich nicht dafür zu schämen und ständig zu rechtfertigen.
„Ich bin der ich bin“ so stellt sich Gott im Alten Testament am Dornbusch dem Mose vor. „Ich werde sein, der ich sein werde“ so ist dieser Name auch übersetzbar und atmet etwas von der ständigen Veränderung, sogar bei dem lebendigen Gott.
Ja, ist nicht das Werden und Verändern letztlich der Ausdruck von Leben und Gottesebenbildlichkeit schlechthin?
Die Kreativität, die Bewegung, der Wechsel sind Zeichen für unser Leben.
Jesus findet konkrete, sehr unterschiedliche und anschauliche Bilder aus dem Alltag damaliger Menschen mit denen er sein „Ich bin“ illustriert.
Ich bin das Brot, die Tür, das Licht, der Weinstock, die Auferstehung und das Leben.
Wir können geradezu schlussfolgern, dass bei mir selbst sein, überhaupt mehr ich selbst zu sein letztlich zu mehr Gottebenbildlichkeit in unserem Leben führt. Wir dürfen echt sein und keine Schablone.

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